Gold verkaufen für Anfänger: So bekommst du einen fairen Preis
Kurz gesagt: Was dein Gold wert ist, hängt vom Feingehalt, vom Gewicht und vom Börsenkurs am Tag des Verkaufs ab. Seriöse Ankäufer ziehen bei Schmuckgold etwa 5 bis 15 % vom reinen Goldwert ab, bei Barren und Münzen deutlich weniger. Vergleich die Preise vorher, lass dir nie Druck machen und bring deinen Ausweis mit. Schmuck und Anlagegold, die du länger als ein Jahr besitzt, verkaufst du steuerfrei.
Im letzten Video ging es darum, wie du als Anfänger Gold kaufst. In den Kommentaren kam danach immer wieder die Frage, wie das umgekehrt läuft. Also erkläre ich dir hier, wie du Gold richtig verkaufst: Schmuck, Ketten, Ringe, Zahngold, Barren und Münzen. Ich bin Edelmetallhändler in dritter Generation und gebe dir weiter, was ich im Ankauf jeden Tag sehe. Das ist keine Anlage- oder Steuerberatung, sondern meine Erfahrung aus der Praxis.
1. Was ist dein Gold wert? Stempel, Feingehalt und Gewicht
Die meisten hochwertigen Schmuckstücke haben einen Stempel. Hierzulande sind 333, 585 und 750 am häufigsten, dazu kommen 375 und Angaben in Karat. Die Zahl sagt dir, wie viel Gold drin ist. 585 heißt: 58,5 % des Gewichts sind Feingold. Der Rest ist Kupfer und Silber, je nach Hersteller in anderer Mischung. Damit steuert der Hersteller die Goldfarbe.
Für den Ankauf zählt nur das Feingold. Wiegt eine 585er Kette 100 Gramm, stecken 58,5 Gramm Feingold darin. Diese 58,5 Gramm sind die Grundlage für den Preis.
Mein Tipp für zu Hause: Sortier deinen Schmuck nach Stempel in drei Haufen, also 333, 585 und 750. Leg jeden Haufen auf eine Küchen- oder Briefwaage und schreib das Gewicht auf. Findest du keinen Stempel oder bist dir unsicher, ist das kein Problem. Dann prüfen wir das für dich, und jeder andere vernünftige Ankäufer auch.
Was ein Gramm heute wert ist, siehst du auf den Seiten zu 333er, 585er, 750er, 875er und 916er Gold. Den reinen Goldwert für jedes Gewicht rechnet dir der Goldrechner aus.
2. Börsenkurs und Ankaufspreis: Welcher Abzug ist fair?
Grundlage für jeden Ankaufspreis ist der Börsenkurs, also der Spotpreis. Als wir das Video gedreht haben, lag er bei rund 112 € pro Gramm Feingold. Für Altgold zahlt dir aber kein Händler den vollen Spotpreis. Dein Schmuck muss eingeschmolzen und in einer Scheideanstalt wieder zu Feingold verarbeitet werden. Das kostet Geld, und ein paar Euro muss jeder Händler auch verdienen. Deshalb gibt es einen Abschlag auf den Börsenkurs, genauso wie es beim Kauf einen Aufschlag gibt. Diese Differenz heißt Spread.
Wie hoch der Abschlag ist, legt jeder Händler selbst fest. Genau deshalb lohnt sich der Vergleich. Manche Ankäufer zahlen für ein schönes Stück fast den Spotpreis, wenn sie gerade einen Kunden dafür haben. In der Regel ist Altgold aber Recyclingware und geht in die Schmelze.
Meine persönliche Meinung: Bei seriösen Händlern liegt der Abschlag für Schmuckgold zwischen 5 und 15 % unter dem reinen Goldwert. Mehr als 15 % sollte sich kein Händler abziehen. Damit sind alle Kosten gut gedeckt, und der Händler verdient schon ordentlich.
So rechnen wir bei uns, Stand 3. November 2026 mit einem Spotpreis von 112,88 € pro Gramm:
- Schmuckgold: 8 % unter Spot mal Feingehalt. Für 585er Gold waren das 60 € pro Gramm, für 750er Gold 77 € pro Gramm.
- Bankfähige Barren und Anlagemünzen: 2,5 % unter Spot, also 109 € pro Gramm Feingold.
- Zahngold unter 150 g: pauschal 50 % Feingold, 8 % unter Spot, also 51,93 € pro Gramm.
Der Goldpreis ändert sich laufend. Was wir dir heute zahlen, zeigt dir unser Ankaufsrechner auf die Minute genau. Dort kannst du auch einfach das Bruttogewicht von der Waage eintragen.
3. Zahngold und Steine: Was wird wirklich bezahlt?
Zahngold hat in der Regel keinen Stempel. Ich habe noch nie einen auf einer Krone gesehen. Die Legierungen sind sehr unterschiedlich: Manches Zahngold hat 60 oder 70 % Goldanteil, die Sparlegierungen der letzten Jahre oft nur 20 oder 30 %. Inzwischen verbauen Zahnärzte meist unedle Metalle oder Keramik. Bei kleinen Mengen rechnen wir deshalb pauschal mit 50 % Feingold. Das ist eine Mischkalkulation, die im Schnitt fair aufgeht. Keramik und Zahnreste zählen nicht zum Gewicht, die musst du aber nicht selbst entfernen. Alles Weitere, auch zur Analyse größerer Mengen, findest du unter Zahngold verkaufen.
Bei Schmuck sind oft Steine dran. Die bringen im Altgold-Ankauf nichts und verfälschen nur das Gewicht. Deshalb ziehen wir sie pauschal ab, so wie jeder andere Händler auch. Wenn du sicher bist, dass du verkaufen willst, kannst du die Steine vorher selbst rausbrechen. Dann gibt es ein ganz klares Ergebnis.
In den Kommentaren kam die Frage, ob ich zu faul bin, die Steine rauszuholen. Nein, es lohnt sich schlicht nicht: In der Schmelze legt sich der Stein auf die Schlacke, den Ofen stört das nicht. Und vor deinen Augen breche ich nichts raus. Überlegst du es dir danach anders, ist das Schmuckstück kaputt, und den Stein bekomme ich nicht wieder rein. Das gilt für Schmucksteine genauso wie für Diamanten und Brillanten.
4. Anlagegold oder Altgold: Warum Barren und Münzen mehr bringen
Für das gleiche Gramm Gold bekommst du als Barren oder Münze deutlich mehr als für Schmuck. Einen Barren oder eine Münze kann ich direkt an den nächsten Kunden weiterverkaufen und habe kaum Arbeit damit. Eine Königskette, die nicht mehr gut genug für den Verkauf ist, muss in die Schmelze. Dazu kommen Scheidekosten, und Ware auf Lager zu legen bindet für jeden Händler Geld. Das alles steckt im Unterschied zwischen Anlagegoldkurs und Altgoldkurs.
5. Kratzer, Blister und Gravuren
Bei Schmuck spielt der Zustand keine Rolle, es gibt immer den gleichen Kurs. Bei Münzen und Barren ist das anders. Ist die Münze wieder verkaufsfähig, bekommst du den Anlagegoldkurs, auch wenn sie nicht mehr im Blister steckt. Ältere Barren gab es oft noch ohne Blister. Auch die bekommen den Anlagegoldkurs, wenn das Gewicht passt und sie nicht beschädigt sind.
Ein Kunde hatte seine Kinder mit seinen Krügerrändern spielen lassen. Die Münzen sind auf den Boden gefallen und hatten so viele Macken am Rand, dass wir sie als Altgold bewerten mussten. Sie gingen in den Ofen. Kein Kunde kauft eine Münze mit Dellen, und eine Beschwerde hilft am Ende niemandem. Geh also vorsichtig mit deinem Anlagemetall um.
Einen Sonderfall hatten wir kürzlich: eine Unze Goldbarren mit eingravierter persönlicher Widmung. Die will niemand auf seinem Barren haben, nicht einmal als Resale-Ware. Der Kunde hat ausnahmsweise einen Preis zwischen Anlagegold und Altgold bekommen, der Barren ist trotzdem in der Schmelze gelandet.
6. Jetzt verkaufen oder lieber warten?
Den perfekten Zeitpunkt zum Verkaufen triffst du genauso wenig wie den perfekten Zeitpunkt zum Kaufen. Wer es doch schafft, hatte Glück, und wer dir etwas anderes erzählt, erzählt Quatsch. Bei Edelmetall lohnt es sich, langfristig zu denken. Hast du Schmuck oder Münzen vor 30 Jahren gekauft, liegt der reine Goldwert heute oft schon über dem, was du damals bezahlt hast.
Verkauf nicht aus Panik und nicht aus Gier. Verkauf dann, wenn ein Stück für dich keinen Zweck mehr erfüllt oder du etwas anderes mit dem Geld vorhast.
7. Unseriöse Goldankäufer erkennen
Unsere Branche lockt leider auch schwarze Schafe an. Beim Kauf ist billiges Gold ein Warnzeichen, beim Verkauf ist es umgekehrt. Darauf solltest du achten:
- Der Preis ist zu hoch. Bietet dir jemand mehr als den Börsenkurs, kann etwas nicht stimmen.
- Gold und Pelze werden zusammen angekauft. Bei solchen Aktionen wäre ich sehr vorsichtig.
- Jemand macht Druck. Kunden erzählen uns immer wieder, dass sie zum schnellen Abschluss gedrängt wurden. Bleib ruhig, geh raus und hol dir ein zweites Angebot. Bei den Summen, um die es oft geht, lohnt sich das.
- Dein Schmuck verschwindet. Wird im Hinterzimmer gewogen oder nimmt jemand dein Stück mit nach hinten, sei wachsam.
Seriöse Händler zeigen ihre Tagespreise offen. So kannst du die Preise und die Kalkulation sehen, bevor du dich auf den Weg machst oder etwas per Post schickst. Viele sind außerdem Mitglied in Fachverbänden, die mit verdeckten Testkäufen prüfen, ob Waage und Abrechnung stimmen. Unsere Preise siehst du jederzeit im Ankaufsrechner. Wir sind nicht immer die, die am meisten zahlen, aber wir rechnen fair und offen und nehmen uns Zeit für die Beratung.
8. Gold per Post verkaufen
Nicht jeder will aus Süddeutschland zu uns nach Stuhr fahren. Den Postankauf bieten viele Händler an, wir auch. Du schreibst uns, was du ungefähr verkaufen willst. Ab 500 € Warenwert holen wir dein Gold kostenlos und versichert bei dir ab. Wir prüfen alles, sagen dir am Telefon, was es wert ist, und überweisen dir das Geld, wenn du zustimmst. Den Ablauf findest du unter Goldankauf.
Wichtig: Schick Gold nie als normales Paket. Bei DHL sind Gold, Schmuck und Bargeld im normalen Versand nicht versichert. Frag deinen Händler deshalb immer nach einem versicherten Versand.
9. Steuern beim Goldverkauf
Für die meisten ist das kein Thema. Schmuck, den du länger als ein Jahr besitzt, verkaufst du steuerfrei und musst ihn nirgends angeben. Bei geerbtem Schmuck zählt die Zeit mit, in der die verstorbene Person ihn besessen hat.
Auch für Barren und Münzen gilt eine Haltefrist von einem Jahr. Verkaufst du früher mit Gewinn, zahlst du darauf Einkommensteuer nach deinem persönlichen Steuersatz. Umgangssprachlich heißt das Spekulationssteuer. Es gibt eine Freigrenze von 1.000 € im Jahr für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen. Liegt dein Gewinn darüber, wird der gesamte Gewinn steuerpflichtig, und du musst ihn in der Steuererklärung angeben. Bei den Kurssprüngen der letzten Zeit ist diese Grenze schnell erreicht. Warte also nach Möglichkeit das eine Jahr ab. Mehr dazu in Wann ist der Verkauf von Gold steuerfrei?
Fragen zur Erbschaftsteuer, etwa in einer Erbengemeinschaft, sind sehr speziell. Dafür ist ein Steuerberater die richtige Adresse, da halte ich mich raus.
10. Ausweis, Finanzamt und Bargeld
Wenn du Gold verkaufst, fragt ein seriöser Händler immer nach deinem Personalausweis. Wir müssen nachweisen können, woher das Metall kommt. Anonym verkaufen geht beim seriösen Ankäufer also nicht, anders als beim Kauf, wo du bar bis 1.999,99 € ohne Ausweis kaufen kannst.
Deine Daten bleiben in unseren Unterlagen. Wir schicken sie nicht von uns aus ans Finanzamt, sie können aber zum Beispiel bei einer Betriebsprüfung eingesehen werden. Genaueres erklärt dir ein Steuerberater oder dein Finanzamt. Mehr dazu auch in Wird Goldkauf dem Finanzamt gemeldet?
Ab dem 10. Juli 2027 dürfen Händler in der EU Barzahlungen nur noch bis 10.000 € annehmen oder leisten, egal ob es um ein Auto oder um Gold geht. Einzelne Länder können niedrigere Grenzen festlegen. Für dich heißt das: Verkaufst du für mehr als 10.000 €, überweisen wir dir den Betrag. Viele kommen mit dem Schmuckkästchen aus einem Nachlass und wollen das Geld bar mitnehmen, um es in der Familie aufzuteilen. Bei größeren Summen geht das dann nicht mehr.
11. Gold ohne Rechnung oder Zertifikat verkaufen
Bei geerbtem Schmuck oder altem Anlagegold gibt es meist keine Rechnung mehr. Das ist kein Problem. Wir prüfen jedes Schmuckstück, jeden Barren und jede Münze sowieso selbst. Wo und wann etwas gekauft wurde, spielt für uns keine Rolle. Eine Rechnung lässt sich fälschen, und ein Zertifikat ist am Ende bedrucktes Papier. Darauf verlassen wir uns nicht.
12. So läuft die Prüfung im Laden ab
Im Video zeige ich dir den Ablauf an zwei Beispielen: einer 585er Königskette und einer Britannia-Goldmünze mit einer Unze.
Zuerst kommt alles auf die Waage. Dann prüfen wir die Echtheit. Die Kette legen wir in ein XRF-Gerät, das per Röntgenfluoreszenz die genaue Zusammensetzung misst. Bei der Kette waren das 58,5 % Gold, 22,7 % Kupfer und der Rest Silber.
Zur Sicherheit gibt es noch den Säuretest. Er ist etwas altmodisch, aber zuverlässig. Wir schleifen das Stück an einer unsichtbaren Stelle leicht an, etwa am Verschluss, und geben 14-karätige Prüfsäure darauf. Bleibt der Strich stehen, ist das Gold echt. Sich nur auf ein einziges Gerät zu verlassen, ist immer ein Risiko.
Die Münze könnten wir auch ins XRF-Gerät legen. Das misst aber nur die Oberfläche. Ein Profi-Fälscher kann einen Kern aus Wolfram einarbeiten, das gibt es zum Beispiel bei 100-Gramm-Barren. Deshalb nutzen wir für Barren und Münzen eine Magnetfeldwaage. Sie erkennt Metalle an ihren magnetischen Eigenschaften und funktioniert sogar durch den Blister.
Dann wird gerechnet:
- Kette: 93,5 g mal 0,585 ergibt rund 54,7 g Feingold. Die werden zum Altgoldkurs bezahlt. Mit dem Rechner vom 3. November 2026 sind das 93,5 g mal 60 € pro Gramm, also 5.610 €.
- Britannia: 31,1 g Feingold zum Anlagegoldkurs. Am 3. November 2026 waren das 31,1 g mal 109 € pro Gramm, also rund 3.390 €.
Beide Beträge werden zusammengerechnet und bar ausgezahlt oder überwiesen. Mit deinem eigenen Gewicht rechnest du das im Ankaufsrechner nach, mit dem Kurs von heute.
Häufige Fragen
Wie viel Abzug ist beim Goldankauf normal?
Für Schmuckgold halte ich 5 bis 15 % unter dem reinen Goldwert für fair. Für Barren und Anlagemünzen sollte der Abzug deutlich geringer sein. Bei uns sind es 8 % für Schmuckgold und 2,5 % für bankfähige Barren und Münzen.
Wie viel bekomme ich für 1 Gramm 585er Gold?
Das hängt vom Goldpreis am Tag des Verkaufs ab. Am 3. November 2026 haben wir 60 € pro Gramm 585er Gold gezahlt. Den aktuellen Preis zeigt dir die Seite Goldpreis 585.
Muss ich beim Goldverkauf meinen Ausweis zeigen?
Ja. Seriöse Ankäufer fragen beim Ankauf immer nach dem Personalausweis, weil sie die Herkunft des Goldes nachweisen müssen. Anonym verkaufen geht dort nicht.
Muss ich Steuern zahlen, wenn ich geerbten Schmuck verkaufe?
Auf den Verkauf in der Regel nicht. Haben du und die verstorbene Person den Schmuck zusammen länger als ein Jahr besessen, ist der Verkauf steuerfrei. Ob Erbschaftsteuer anfällt, ist eine eigene Frage für den Steuerberater.
Kann ich Gold ohne Rechnung verkaufen?
Ja. Wir prüfen jedes Stück selbst auf Echtheit und Feingehalt. Eine Rechnung oder ein Zertifikat brauchen wir dafür nicht.
Vielleicht hat dich das Video ja dazu gebracht, mal deine Schubladen durchzugehen. Wenn du dein Gold verkaufen möchtest, sind wir gern für dich da: Schreib uns, ruf an unter 0421 40980524 oder komm in unserem Laden in Stuhr vorbei.



